anna_blume

“Man nehme kurz alles.”

Schwitters Materialkunst als Kunstmaterial.

 

Anna Blume ist rot.
Anna Blume ist eine Bootsvermietung.
Anna Blume ist die weibliche Perfektion in Versen.
Anna Blume ist Bestimmung. Direkt vor und direkt nach dem Zubettegehen.
Anna Blume ist das Prinzip des Unsinns.
Anna Blume ist irgendwie ein sexy Aufhänger.

Nennen Sie es Ausschlachtung.

Wer oder was ist Anna Blume?

Kurt Schwitters eigene Hinweise ergeben keinen kohärenten Sinn und die Kunst- und Literaturwissenschaft liefert seit Jahrzehnten die unterschiedlichsten mehr oder weniger weit hergeholten Erklärungen. Gleichzeitig ist Anna Blume so populär geworden, dass spätestens seit der Rap-Combo Freundeskreis jeder irgendwo schon mal davon gehört hat. Weshalb lassen uns alle eindeutigen Antworten irgendwie unzufrieden und drängen uns dazu, immer wieder von neuem nach der Identität Anna Blumes zu fragen?
Wie gehen RezipientInnen, kommerzielle Institutionen und die popkulturelle Verwertungsmaschinerie mit diesem Material um, das sich ständig einer eindeutigen Zuschreibung entzieht?

Das nicht objektiv festlegbare künstlerische Motiv Anna Blume bringt uns ins Wanken und fordert uns auf, gegebene Strukturen zu reflektieren. Vielleicht wird es gerade deshalb zum populären Mythos und Opfer der kommerziellen Ausschlachtung.

Offen bleiben die Preisfragen:
1. Who the f*** is Anna Blume?
2. Why do you care?
3. Wanna buy a T-Shirt?


Konzept und Performance: Julia Haenni, Micha Küchler, Thea Reifler


6. November 2011 Kunstmuseum Bern
11. Dezember 2011 Kunstmuseum Bern
8. Januar 2011 Kunstmuseum Bern